Indikator: V.1 – Anzahl der Elemente
Ziel: Die Minimierung der Anzahl der Elemente zielt darauf ab, die Demontage und Wiederverwendung zu erleichtern, Abfall zu reduzieren und die Ressourceneffizienz zu steigern.
Beschreibung: Dieser Indikator bewertet die Anzahl der Komponenten, die an der Verbindung beteiligt sind, wobei Holzteile, die keine Verbindungsmittel darstellen, ausdrücklich ausgeschlossen werden.
Quantitative Abstufung: Bei der Bewertung der Anzahl der Elemente wird zwischen den folgenden Antwortmöglichkeiten unterschieden:
Viele: Das Verbindungssystem besteht aus vielen Verbindungselementen. Viele ist je nach Verbindung von der/dem Beurteiler*in zu definieren, da eine Verallgemeinerung schwierig ist. Diese Anzahl umfasst nur die Verbindungselemente und nicht die zu verbindenden Holzbauteile.
Moderat: Das Verbindungssystem besteht aus einer moderaten Anzahl von Verbindungselementen. Moderat ist je nach Verbindung von der/dem Beurteiler*in zu definieren, da eine Verallgemeinerung schwierig ist. Diese Anzahl umfasst nur die Verbindungselemente und nicht die zu verbindenden Holzbauteile.
Wenige: Das Verbindungssystem besteht aus einer minimalen Anzahl von Verbindungselementen. Wenige ist je nach Verbindung von der/dem Beurteiler*in zu definieren, da eine Verallgemeinerung schwierig ist. Diese Anzahl umfasst nur die Verbindungselemente und nicht die zu verbindenden Holzbauteile.
Ergebnis: Die Punktevergabe erfolgt auf der Grundlage der gewählten Antwortmöglichkeit, wie in Tabelle 2 unten dargestellt:

Indikator: V.2 – Komplexität
Ziel: Durch die Minimierung der Komplexität der Form der zu verbindende Elemente soll die Herstellungszeit verkürzt und die Wahrscheinlichkeit der Wiederverwendung von Bauteilen erhöht werden.
Beschreibung: Dieser Indikator bewertet die Komplexität der Form der zu verbindende Elemente und nicht die Komplexität von Verbindern, Schrauben oder Ähnlichem.
Quantitative Abstufung: Bei der Bewertung der Komplexität der Form der Elemente wird zwischen den folgenden Antwortmöglichkeiten unterschieden:
Komplex: Die Form der zu verbindenden Holzelemente ist komplex und erfordert beispielsweise aufwändige Maschinen, ein hohes Maß an Präzision ein sehr gutes Verständnis und handwerkliches Geschick, um sie effektiv herzustellen zu können.
Moderat: Die Formen der zu verbindenden Holzelemente (Bauteile) ist mittelmäßig komplex und erfordert konventionelle Holzbauwerkzeuge/ -maschinen, ein moderates Maß an Präzision und handwerkliches Geschick bei der Herstellung.
Einfach: Die Formen der zu verbindenden Holzelemente (Bauteile) ist wenig komplex und mit einfachen Werkzeugen ohne spezielles Geschick zu fertigen.
Ergebnis: Die Punktevergabe erfolgt auf der Grundlage der gewählten Antwortmöglichkeit, wie in Tabelle 3 unten dargestellt:

Indikator: V.3 – Vorfertigungsgrad
Ziel: Durch einen höheren Vorfertigungsgrad können Montage- und Demontageschritte und -zeiten reduziert werden, was eine effiziente Konstruktion fördert. Zudem wird so eine spätere Demontage erleichtert und eine einfache Wiederverwendung begünstigt.
Beschreibung: Dieser Indikator bewertet, wie hoch der Anteil einer Verbindung ist, der im Werk vorgefertigt werden kann.
Quantitative Abstufung: Bei der Bewertung des Vorfertigungsgrades der Verbindung wird zwischen den folgenden Antwortmöglichkeiten unterschieden:
Gering: Es werden keine oder nur wenige vorgefertigte Komponenten verwendet.
Moderat: Ein Teil der Komponenten ist vorgefertigt.
Hoch: Ein Großteil der Komponenten ist vorgefertigt.
Ergebnis: Die Punktevergabe erfolgt auf der Grundlage der gewählten Antwortmöglichkeit, siehe Tabelle 4:

Indikator: V.4 – Montagefreundlichkeit
Ziel: Die einfache Montage von Verbindungen reduziert die Abhängigkeit von Spezialwerkzeugen und Facharbeitern, spart Zeit und Kosten bei der Konstruktion und ermöglicht eine einfachere Demontage und Wiederverwendung.
Beschreibung: Dieser Indikator bewertet die Einfachheit der Montage in Hinblick auf die benötigten Werkzeuge und die Qualifikation der Monteure.
Quantitative Abstufung: Bei der Bewertung des Montagefreundlichkeit wird zwischen den folgenden Antwortmöglichkeiten unterschieden:
Komplex: Die Montage erfordert Präzision und eine spezifische Ausbildung (z.B. spezielle Schulung für Facharbeiter*innen).
Moderat: Die Montage ist relativ einfach und erfordert nur Standardwerkzeug und eine grundlegende fachliche Ausbildung (z.B. Zimmererfacharbeiter*in).
Einfach: Die Montage ist einfach und schnell und erfordert nur einfache Werkzeuge und ein grundlegendes handwerkliches Geschick (keine facheinschlägige Ausbildung).
Ergebnis: Die Punktevergabe erfolgt auf der Grundlage der gewählten Antwortmöglichkeit, siehe Tabelle 5:

Indikator: V.5 – Freiheitsgrade
Ziel: Die Maximierung des Freiheitsgrades soll die Flexibilität und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Verbindung in Zukunft wiederverwendet werden kann.
Beschreibung: Dieser Indikator bewertet, wie flexibel die Verbindung verwendet werden kann.
Quantitative Abstufung: Bei der Bewertung des Freiheitsgrades wird zwischen den folgenden Antwortmöglichkeiten unterschieden:
Fest: Der Verbindung ist nur für spezielle geometrische Randbedingungen einsetzbar.
Eingeschränkt: Die Verbindung lässt gewisse geometrische Anpassungen zu.
Flexibel: Die Verbindung ist flexibel an unterschiedliche geometrische Randbedingungen anpassbar.
Ergebnis: Die Punktevergabe erfolgt auf der Grundlage der gewählten Antwortmöglichkeit, wie in Tabelle 6 unten dargestellt:

Indikator: V.6 – Robustheit
Ziel: Die Maximierung der Robustheit verlängert die Lebensdauer von Holzstrukturen, wie auch den Bedarf an Ersatzteilen und erleichtert die einfache Demontage und Wiedermontage, ohne die Integrität zu gefährden.
Beschreibung: Dieser Indikator bewertet die Robustheit und Widerstandsfähigkeit der Verbindungen im Holzbau.
Quantitative Abstufung: Bei der Bewertung der strukturellen Festigkeit wird zwischen den folgenden Antwortmöglichkeiten unterschieden:
Gering: Die Verbindung ist wenig robust und weist beispielsweise nahezu keine weiteren Tragreserven auf bzw. kann keine ungeplanten äußere Einflüsse tolerieren.
Moderat: Die Verbindung ist bedingt robust und weist beispielsweise teilweise Tragreserven auf und kann ungeplante äußere Einflüsse teilweise tolerieren.
Hoch: Die Verbindung ist sehr robust und weist beispielsweise entsprechende Tragreserven auf und kann gut mit ungeplanten äußeren Einflüssen umgehen.
Ergebnis: Die Punktevergabe erfolgt auf der Grundlage der gewählten Antwortmöglichkeit, wie in Tabelle 7 unten dargestellt:

Indikator: V.7 – Schutz der Verbindung
Ziel: Eine geschützte Verbindung gewährleistet eine hohe Dauerhaftigkeit und lange strukturelle Integrität der Verbindung, auch unter widrigen Bedingungen wie unter anderem Feuchtigkeitseinfluss und Feuer.
Beschreibung: Dieser Indikator bewertet wie gut die Verbindung gegen äußere Einflüsse (z.B. Feuchtigkeit oder auch Feuer) geschützt ist.
Quantitative Abstufung: Bei der Bewertung des Schutzes wird wie folgt unterschieden:
Gering: Die Verbindung ist zum größten Teil ungeschützt. Sie ist nicht durch umgebende Materialien oder Behandlungen z.B. Beschichtungen geschützt.
Moderat: Die Verbindung ist teilweise ungeschützt. Sie ist teilweise durch umgebende Materialien oder Behandlungen z.B. Beschichtungen geschützt.
Hoch: Die Verbindung ist gut geschützt. Sie ist gut durch umgebende Materialien oder durch Behandlungen z.B. Beschichtungen geschützt.
Ergebnis: Die Punktevergabe erfolgt auf der Grundlage der gewählten Antwortmöglichkeit, wie in Tabelle 8 unten dargestellt:

Indikator: V.8 – Demontierbarkeit
Ziel: Eine einfache Demontage ermöglicht einen einfachen Rückbau einer Konstruktion in einzelne Bauteile.
Beschreibung: Dieser Indikator bewertet die Einfachheit der Demontage im Hinblick auf die benötigten Werkzeuge und die Qualifikation der Monteure.
Quantitative Abstufung: Bei der Bewertung der Demontierbarkeit wird zwischen den folgenden Antwortmöglichkeiten unterschieden:
Komplex: Die Demontage erfordert spezielle Werkzeuge und eine spezifische Ausbildung (z.B. spezielle Schulung für Facharbeiter*innen).
Moderat: Die Demontage ist relativ einfach und erfordert nur Standardwerkzeug und eine grundlegende fachliche Ausbildung (z.B. Zimmererfacharbeiter*in).
Einfach: Die Demontage ist einfach und schnell und erfordert nur einfache Werkzeuge und ein grundlegendes handwerkliches Geschick (keine facheinschlägige Ausbildung).
Ergebnis: Die Punktevergabe erfolgt auf der Grundlage der gewählten Antwortmöglichkeit, wie in Tabelle 9 unten dargestellt:

Indikator: V.9 – Nicht wiederverwendbare Baukomponenten
Ziel: Die Reduktion der nicht wiederverwendbaren Baukomponenten am Ende der Nutzungsdauer.
Beschreibung: Dieser Indikator bewertet die Menge an Bauteilen/Materialien, die am Ende ihres Lebenszyklus aufgrund von Verschleiß, Beschädigung etc. nicht wiederverwendet werden können. Beispielsweise werden Verbindungsmittel und Bauteile verbogen bzw. beschädigt (z.B. Nägel und Schrauben verbogen, Holzbauteile teils gespalten oder beschädigt etc.), sodass sie nicht wiederverwendet werden können.
Quantitative Abstufung: Bei der Bewertung der Menge an nicht wiederverwendbaren Baukomponenten am Ende des Lebenszyklus wird zwischen den folgenden Antwortmöglichkeiten unterschieden:
Viel: Eine große Anzahl von Bauteilen kann aufgrund von erheblichem Verschleiß, Beschädigung und Verlust der Integrität nicht wiederverwendet werden.
Moderat: Eine moderate Anzahl von Baukomponenten kann aufgrund von Verschleiß, Beschädigung und Verlust der Integrität nicht wiederverwendet werden.
Wenig: Eine geringe Anzahl von Baukomponenten kann nicht wiederverwendet werden.
Ergebnis: Die Punktevergabe erfolgt auf der Grundlage der gewählten Antwortmöglichkeit, wie in Tabelle 10 unten dargestellt:

Indikator: V.10 – Wiederverwendbarkeit
Ziel: Die Maximierung der Wiederverwendbarkeit von Verbindungsmitteln und Bauteilen.
Beschreibung: Dieser Indikator gibt an, ob die Verbindungsmittel bzw. auch die angrenzenden Bauteile wiederverwendet werden können und ist somit der Kehrwert von Indikator V.9. Rechtliche Rahmenbedingungen werden nicht berücksichtigt, da der Fokus ausschließlich auf der Funktionalität und Sicherheit der Komponenten in ihrer vorgesehenen Funktion liegt.
Quantitative Abstufung: Bei der Bewertung der Wiederverwendbarkeit wird zwischen den folgenden Antwortmöglichkeiten unterschieden:
Nicht: Die Verbindungsmittel bzw. die angrenzenden Bauteile können nicht wiederverwendet werden, da sie bei der Demontage irreparabel beschädigt werden.
Teilweise: Die Verbindungsmittel bzw. die angrenzenden Bauteile können teilweise wiederverwendet werden, nachdem kleinere Restaurierungen oder Anpassungen vorgenommen wurden.
Vollständig: Die Verbindungsmittel bzw. die angrenzenden Bauteile können ohne jegliche Adaption mehrfach wiederverwendet werden.
Ergebnis: Die Punktevergabe erfolgt auf der Grundlage der gewählten Antwortmöglichkeit, siehe Tabelle 11:
