Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
SharePoint

Bau- & Konstruktionselement
„Vorgefertigter Bestandteil eines Bauteils, z.B. vorgefertigtes Tafelbauelement als Teil des Bauteils Außenwand, vorgefertigtes Brettstapeldeckenelement als Teil des Bauteils Geschossdecke, etc.“

Bauteil
„Statisch-konstruktiver, geometrisch abgeschlossener Teil eines Bauwerks, z.B. Außenwand, Innenwand, Geschossdecke, Bodenplatte, Dachfläche. Bauteile können aus Einzelteilen oder aus vorgefertigten Bauelementen gefügt sein.“ 

Bekleidung
„Schichten eines Bauteils, die die Erfüllung einer oder mehrerer Anforderungen hinsichtlich Brand-, Wärme-, Schall- und Witterungsschutz sicherstellen helfen; Bekleidungen bestehen in der Regel aus einer Außenschicht, Unterkonstruktion und Dämmschicht bzw. Wärmedämmung.“

Dauerhaftigkeit des Tragwerks
„Fähigkeit des Tragwerks und seiner tragenden Bauteile, das Tragwerksverhalten infolge zeitabhängiger Veränderungen der Eigenschaften unter Berücksichtigung der Umweltbedingungen und der geplanten Instandhaltungsmaßnahmen nicht unvorhergesehen zu verändern.“

Demontierbarkeit
Ziel ist der weitgehend zerstörungsfreie Rückbau der Komponente / des Materials aus der Bauteil- bzw. Konstruktionsebene, um eine möglichst hochwertige Nutzung in der Kreislaufwirtschaft (Wieder- / Weiterverwendung) zu ermöglichen.
Die Demontierbarkeit bezieht sich auf die rückzubauende Komponente / das rückzubauende Material. Dies gilt jeweils unter der Voraussetzung, dass die Komponenten / die Materialien sowie die Ebenen, welche in der Rückbaufolge davor liegen, bereits rückgebaut wurden.

Kreislaufwirtschaft
„Eine Kreislaufwirtschaft ist ein regeneratives Wirtschaftssystem, das den Verbrauch von Ressourcen minimiert, die Lebensdauer von Produkten verlängert und den Abfall durch Kreisläufe von Wiederverwendung, Reparatur und Recycling reduziert. Im Gegensatz zum traditionellen linearen Wirtschaftsmodell („Take-Make-Dispose“), das auf der Extraktion von Rohstoffen und der Produktion von Abfall basiert, fördert die Kreislaufwirtschaft die Schaffung geschlossener Kreisläufe, in denen Abfallprodukte wieder in den Produktionszyklus zurückgeführt werden, oder durch Wieder-, Weiterverwendungs-möglichkeiten Abfälle vermieden werden.“

Lebenszykluskosten
Die Kosten eines Produktes oder einer Dienstleistung über dessen / deren gesamte Lebensdauer betrachtet.

Maßnahmen und Aufwand
Zusätzlich erforderliche Maßnahmen, die für einen selektiven Rückbau möglichst sortenreiner bzw. nicht von Stör- oder Fremdstoffen verunreinigter Komponenten / Materialien notwendig sind. Der Aufwand ist im Verhältnis von wirtschaftlich zu praktikabel zu sehen.

Materialpass
„Ein Materialpass ist ein digitales Inventar aller in einem Gebäude verbauten Materialien, Komponenten und Produkte mit detaillierten Informationen über deren Mengen, Qualitäten, Behandlungen, Abmessungen, Positionen und Nutzungsgeschichte. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen und die Wiederverwendbarkeit sowie das Recycling von Baumaterialien zu fördern, um die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen zu unterstützen.“ 

Referenz-Nutzungsdauer
Die Referenz-Nutzungsdauer (Nutzungsdauer) eines Bauteils oder Bauprodukts bezeichnet die Zeitspanne, in der es unter Referenz-Nutzungsbedingungen bis zu einem erforderlichen Austausch oder Erneuerung in Gebäuden genutzt werden kann. Nutzungsbedingungen können in Produktnormen oder in der ISO 15686-1, Teil 2, Teil 7 und Teil 8 näher spezifiziert sein. Die Referenz-Nutzungsdauer ist davon abhängig, ob Einzelteile einer Konstruktion reparabel sind. Sie kann durch Teile bestimmt werden, welche die geringste Nutzungsdauer innerhalb einer Konstruktion haben.

Recycling
„Jedes Verwertungsverfahren, durch das Abfallmaterialien zu Produkten, Sachen oder Stoffen entweder für den ursprünglichen Zweck oder für andere Zwecke aufbereitet werden. Es schließt die Aufbereitung organischer Materialien ein, aber nicht die energetische Verwertung und die Aufbereitung zu Materialien, die für die Verwendung als Brennstoff oder zur Verfüllung bestimmt sind.“

Rückbau / Rückbaubarkeit / Design for Disassembly (DfD)
Dies bezeichnet ein Vorgehen, bei dem die Komponente bzw. das Material aus der Bauteil- bzw. Konstruktionsebene weitgehend zerstörungsfrei demontiert und bereits am Ort der Installation getrennt wird. Ziel ist es, die rückgebauten Komponenten und Materialien wieder- und weiterzuverwenden.

Rückbaufolge
Darunter ist die Reihenfolge in welcher rückgebaut wird zu verstehen. Zuerst die Installationsebene von innen nach außen, im Anschluss die Hülle von außen nach innen. Ebenfalls ist nur eine der beiden Ebenen bzw. in umgekehrter Reihenfolge möglich. Die Konstruktion ist immer das letzte Element in der Rückbaufolge.

Rückbaukonzept
Gemäß ÖNORM B 3151 eine „strukturierte, schriftliche Dokumentation der geplanten Maßnahmen zum Rückbau“.

Rezyklate
Rezyklate „sind sekundäre Rohstoffe, die durch die Verwertung von Abfällen gewonnen worden sind oder bei der Beseitigung von Abfällen anfallen und für die Herstellung von Erzeugnissen geeignet sind.“

Komponenten- bzw. materialspezifische Sortenreinheit
In diesem Leitfaden bezieht sich die Sortenreinheit auf die Bauteilebene der eingebauten Komponente bzw. des eingebauten Materials.

Trennbarkeit
Stellt die im Zuge der Demontage stattfindende sortenreine Separierung der Komponente bzw. des Materials aus der Bauteil- bzw. Konstruktionsebene dar. Sie bezieht sich auf den / die im Katalog angegebene(n) Verbindungs-typ / -art.

Verbindungsmittel
Verbindungsmittel sind Bauteile oder Materialien, welche zur Herstellung von mechanischen Verbindungen in Holzbauwerken verwendet werden. Sie umfassen eine Vielzahl von Elementen, die spezifisch für den Einsatz im Holzbau entwickelt wurden, um strukturelle Integrität und Stabilität zu gewährleisten

Verbindungstyp
Typen von Verbindungen zwischen Bauteilen und / oder Materialien unabhängig von der Art ihres Verbundes. Diese sind basierend auf den zum Zeitpunkt der Publikation dieses Leitfadens gegenwärtigen Technologien und Ausführungsmethoden (Stand der Technik).

Vermeidung / Abfallvermeidung
Unter dem Begriff Vermeidung wird die Abfallvermeidung gemäß Abfallrahmenrichtlinie (2008/98/EG) der Europäischen Union verstanden.
Es sind Maßnahmen, die ergriffen werden, um Folgendes zu verringern:

  • die Abfallmenge, auch durch die Wiederverwendung von Produkten oder die Verlängerung ihrer Lebensdauer;

  • die nachteiligen Auswirkungen des nachfolgend anfallenden Abfalls auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit oder

  • den Gehalt an gefährlichen Stoffen in Materialien und Produkten.

Weiterverwendung (engl. recycling)
„Weiterverwendung bedeutet, dass sich ein Bauteil oder Bauprodukt zwar nochmals einsetzen lässt, jedoch nicht für den ursprünglichen Zweck. Gründe dafür können sein, dass die ursprüngliche Qualität nicht mehr für neue Eignung reicht. Das heißt, es findet auch ein Ressourcenverlust und Downcycling statt.“

Wiederverwendung
Wiederverwendung bedeutet, dass Produkte oder Komponenten, welche kein Abfall sind, erneut für den gleichen Zweck verwendet werden, für den sie ursprünglich entworfen wurden.
Wiederverwertung (engl. recycling)
„Verwertung eines Materials in einer weiteren Nutzungsphase unter Beibehaltung seiner stofflichen Komposition (Zusammensetzung) bei gleichzeitiger Änderung seiner Gestalt (Physiognomie). Oftmals bleibt die Funktion des Baustoffes bestehen. Der Begriff Wiederverwertung wird oft (unscharf) sinn-gleich mit Recycling verwendet.“

Zerstörungsgrad, Zerstörungsfrei
Wird als einer jener maßgebenden Kriterien bei der Beurteilung der Demontierbarkeit herangezogen. Dabei haben visuelle Anforderungen an die Oberflächenqualitäten sowohl beim Grad der Zerstörung als auch bei der Beurteilung zerstörungsfrei nicht berücksichtigt. Das bedeutet, dass Kratzer oder Verunreinigungen bei Sichtoberflächen bei BSH- und BSP-Bauteilen nicht in die Bewertung des Zerstörungsgrades einfließen.

Zugänglichkeit
Möglichkeit, Bauteile oder Materialien für die Wartung, Reparatur oder Rückbau zu erreichen.