Eine rückbauorientierte Planung beginnt bereits bei der Definition der Lebenszyklusziele des Gebäudes. Dabei gilt es folgende Fragestellungen zu beantworten:
Welche Nachnutzungen können oder sollen von Anfang an berücksichtigt werden?
Welche Nutzungsdauern sind darauf aufbauend bspw. im Innenaus-bau für Trennwände sinnvoll einzusetzen?
Welche Gebäudeschichten lassen sich daraus sinnvoll ableiten bzw. auf welche Bauteilschichten kann dadurch verzichtet werden?
Welche Grundrissvariabilität ergibt sich daraus, um spätere Umnutzungen zu erleichtern?
Können – in Abhängigkeit der Nutzung und der möglichen geplanten künftigen Nutzung(en) – Schichten in der Konstruktion reduziert werden, um im Zuge des Rückbaus weniger Materialien trennen zu müssen?
Die folgenden Punkte dienen dabei als Anhaltspunkte und Anregungen, um durch eine rückbauorientierte Planung die eigentlichen Ressourcen größtmöglich zu schonen und die Abfallvermeidung deutlich zu fördern:
Grundrissvariabilität und Adaptierbarkeit bei Nutzungsänderung einplanen;
Lebenszyklusziele des Gebäudes formulieren, um Umnutzungen bzw. Adaptierungen realistisch und frühzeitig mitplanen und effizient rückbauorientiert planen zu können;
Materialien, Materialkombinationen und Verbindungen sowie Schichten reduzieren;
einfach rückbaubare Verbindungstypen (gemäß Kapitel 3.5) wählen;
die TGA auf ein notwendiges Maß reduzieren und rückbauorientierte bauliche Maßnahmen bevorzugen;
Dauerhaftigkeitsmaßnahmen berücksichtigen (z.B. Abdichtung und Monitoring, Neigung, mit Opferschichten arbeiten, etc.);
Nachrüstbarkeit und Austauschbarkeit mitdenken (z.B. Fenster / Verglasungen mittels Blindstock, etc.);
Reinigungs- und Wartungsfähigkeit bzw. Revisionsfähigkeit und Tauglichkeit beachten (z.B. sind Ersatzteile nach 10 / 20 / 30 Jahren noch erhältlich?)
– von gut rückbaubar zuerst bis schlecht rückbaubar zuletzt – sowohl für die Aufbauten als auch für Anschlüsse: