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Bauproduktekennzeichnung

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Wiki: CE-Kennzeichnung von Bauholz für tragende Zwecke

Die CE-Kennzeichnung für visuell nach Festigkeit sortiertem Bauholz für tragende Zwecke ist ab 01.01.2012 im europäischen Wirtschaftsraum verpflichtend.
Das CE-Zeichen ist die Voraussetzung für das In-Verkehr-Setzen eines Produktes im Europäischen Wirtschaftsraum und somit eine gesetzliche Verpflichtung.
In der Bauproduktenrichtlinie sind alle Produkte geregelt die dauerhaft in Bauwerke eingebaut werden und für die eine harmonisierte Technische Spezifikation (z.B. Norm) vorliegt. Dies trifft auch auf Bauholz zu, das vom Holzbaubetrieb für tragende Zwecke eingesetzt und damit in Verkehr gebracht wird.
Die Sortierung erfolgt grundsätzlich nach ÖNORM DIN 4074-1, könnte aber auch nach anderen anerkannten europäischen Festigkeitssortiernorm durchgeführt werden.
 
Nicht betroffen von der CE-Kennzeichnung ist Schnittholz, welches nicht dauerhaft in Bauwerke eingebaut wird (z.B. Schalungsbretter).
 
Bauprodukte werden gemäß der europäischen Bauproduktenrichtlinie einer von vier Konformitätsbescheinigungsklassen zugeordnet. Bauschnittholz ist der Klasse 2+ zugeordnet. Bauprodukte dieser Klasse haben eine wesentliche Aufgabe im Bauwerk z.B. hinsichtlich der Standsicherheit oder des Brandschutzes zu erfüllen.
Aufgrund dieser hohen Anforderungen ist vor der CE-Kennzeichnung im Betrieb eine Erstinspektion und Zertifizierung durch eine sogenannte notifizierte Stelle, von der EU-Kommission anerkannt, zu absolvieren. In der Folge ist eine jährliche Überwachung der Betriebe durch diese Stellen durchzuführen.
 
Dabei werden an den Betrieb im Wesentlichen nach ÖNORM EN 14081-1 drei Anforderungen gestellt:
 
a) Definition der, für die CE-Kennzeichnung relevanten Produkte, Beurteilung der geforderten technischen Eigenschaften und Dokumentation im Qualitätskontrollhandbuch.
 
b) Einführung einer werkseigenen Produktionskontrolle (WPK), die in einem Qualitätskontrollhandbuch dokumentiert ist und sicherstellt, dass die auf den Markt gebrachten Produkte mit den angegebenen Eigenschaften übereinstimmen.
 
c) Kennzeichnung der Produkte mit dem CE-Kennzeichen und Kennzeichnung der Lieferungen in Begleitdokumenten
 
Um nicht als ausführender Holzbaubetrieb in die Verpflichtung der Bauprodukte-Richtlinie bezüglich der CE-Kennzeichnung zu kommen, muss der Holzbaubetrieb beim Einkauf von festigkeitssortiertem Bauholz für tragende Zwecke darauf achten, dass eine entsprechende CE-Kennzeichnung vorliegt.
 
Weitere Information zur Umsetzung der CE Kennzeichnung für visuell nach Festigkeit sortiertes Bauholz für tragende Zwecke mit rechteckigem Querschnitt finden Sie unter

www.holzindustrie.at

 

Reinhold Steinmaurer