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Verbindungstechnik

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Wiki: Werkstoff und Korrosionsschutz

EN 14592 - ENTWURF (Auszug aus 6.3.2 Schrauben/Werkstoffe) schreibt diesbezüglich folgendes vor:

„Schrauben sind aus Draht aus weichem oder unlegiertem Stahl herzustellen, der aus Walzdraht nach EN 10083-2, EN 10263, EN 10269  oder EN 10016 gezogen wird, oder sie sind aus Draht aus austenitischem nichtrostendem Stahl herzustellen, der aus Walzdraht nach EN 10083-1 oder EN 10088 gezogen wird. Die zutreffende Spezifikation ist anzugeben.

Es dürfen andere Stahlsorten verwendet werden, vorausgesetzt, der Stahl verfügt nachweislich wenigstens über die gleichen mechanischen Eigenschaften wie jegliche Sorte, die in den vorstehend genannten Normen angegeben ist. Sämtliche entsprechenden Informationen zu alternativen Stahlsorten sind als Teil der ITT anzugeben.´

Diese Voraussetzung gilt für Schrauben die nach EC5 bemessen werden.

Die zutreffende Spezifikation ist anzugeben bzw. muss ebenso in jeder Technischen Zulassung für Holzbauschrauben (ETA) angeführt werden.

 

ETA_10.gif

ACHTUNG: „Technische Zulassungen (Gutachten für Holzbauschrauben)“ sind Schriftstücke die untereinander große Unterschiede aufweisen können! Sie dürfen ausnahmslos nur für die ausgewiesenen Schrauben und Normen verwendet werden!

 

 

Korrosionsschutz:
 
Häufig ausgeführte Beschichtungen bei Holzbauschrauben:
o        „Galvanisch verzinkt und blau passiviert“
o        „Galvanisch verzinkt und gelb chromatiert“
o        Neu am Markt: „Zink-Nickel-Beschichtungen“
 
 
ACHTUNG:
Gelbchromatierungen mit Chrom VI können laut neuesten Erkenntnissen gesundheitsschädigend sein!
Seit 2006 bzw. 2007 sind diese Beschichtungen, entsprechend einer EU-Richtlinie, für die Elektro- und Automobilindustrie verboten! Geplant ist eine Umstellung auf chrom-VI-freie Oberflächen durch die gesamte europäische Beschlagindustrie.  
 
Aufbau unterschiedlicher Beschichtungen über dem Rohmaterial (=Holzbauschraube):
 


 
Ein Vergleich im Salzsprühnebeltest nach DIN EN ISO 9227 zeigte folgende Unterschiede auf:
 


 

Für eine definierte Schichtstärke der Zink-Nickel-Schutzbeschichtungen gibt es sogar nach über 1000 Stunden im Salzsprühnebeltest kaum Veränderungen in der Oberfläche (siehe Bild oben).

 
Im Vergleich dazu gibt EC5 (in Anlehnung an ISO 2081) folgende Beispiele für eine Mindestkorrosionsschutzanforderung für Schrauben in verschiedenen NKL vor:  

 

Verbindungsmittel
NKL 1
NKL 2
NKL 3
Schrauben mit d <= 4mm
keine
Fe/Zn 12ca
Fe/Zn 25ca
Schrauben mit d > 4mm
keine
keine
Fe/Zn 25ca
                (Auszug aus Tabelle 4.1 _ EN 1995-1-1 Ausgabe 2009-07-01)
 

Anmerkung:

a Bei Feuerverzinkungen ist in der Regel Fe/Zn 12c durch Z275 und Fe/Zn 25c durch Z350 nach EN 10147 zu ersetzen!

Info: Nach ISO 2081 hat die Dauer einer neutralen Salzsprühnebelprüfung für Fe/Zn 12c è 192h und für Fe/Zn 25c è 360h zu betragen. Die Dauer und die Ergebnisse der künstlich beschleunigten Korrosionsversuche können möglicherweise nur wenig über die Lebensdauer der beschichteten Artikel aussagen, daher dürfen die Ergebnisse nicht als direktes Maß der Korrosionsbeständigkeit der geprüften Überzüge unter allen potenziellen Umgebungsbedingungen angesehen werden.

 

Bzgl. der Definition der Nutzungsklassen (NKL) siehe Kapitel Einleitung!



 

A2

Keine Veränderung erkennbar!

Zink-Nickel

Keine bzw. geringfügige Veränderungen erkennbar!

Mart. Edelstahl / Gelb verz. / Blau verz.

Dunkle Verfärbungen am Lärchenholz!

 

 

 

Alternativ zu den oben angeführten Möglichkeiten, kommen auch verschiedenste Edelstahlsorten zum Einsatz. Man unterscheidet in der Praxis Holzbauschrauben aus:

o Martensitischem Chromstahl (C1, C3, C4)
o  Austenitischem Chrom-Nickel-Stahl (A1, A2, A3, A4, A5)

Kurz gesagt, sind austenitsche Stähle korrosionsbeständiger als martensitische Stähle! Grundsätzlich sind beide Stahlsorten für einen Einsatz im Außenbereich geeignet.
Martensitische Stähle sind magnetisch, sie können durch einen einfachen „Magnet-Test“ erkannt werden.
 
ACHTUNG:
Bei „lotrechten Fassaden“ kann es mit martensitischen Schrauben zu Verfärbungen an der Fassadenoberfläche kommen (grau bis schwarz)!
 
Verfärbung Fassade.gif

 


Entwurf, Bemessung und Konstruktion sind nach den am Ort des Einbaus geltenden nationalen Bestimmungen entsprechend dem Konzept der Teilsicherheitsbeiwerte durchzuführen (EN 1995-1-1).
Alle hier aufgezeigten Formeln und Angaben dienen ausnahmslos nur als Vorzeigebeispiel und dürfen nicht für eine statische Bemessung verwendet werden!
Für etwaige Fehler in den Angaben wird keine Haftung übernommen.